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Dienstag, 18. August 2015

Pilzausstellung 29.-30. August, Jenbach im VZ



Die Pilzsaison ist in vollem Gang und passend zu den vielen Pilzen im Wald rückt auch die Pilzausstellung mit Riesenschritten näher! 

Wir laden alle Pilzfreunde herzlich ein, uns bei der Pilzausstellung zu besuchen und sich von uns in die wunderbare Welt der Pilze entführen zu lassen.


Die Pilzausstellung wird am Samstag, 29.8.2015 um 10h feierlich eröffnet. Wir feiern schließlich 40 Jahre Pilzverein! Danach gibt es hoffentlich viele interessante Pilze zu bestaunen.

Während der gesamten Pilzausstellung steht unser Beraterteam bereit um die mitgebrachten Funde zu bestimmen, also bringen Sie Ihre Pilzfunde mit. 

Wie immer gibt es natürlich auch ein umfangreiches Beiprogramm!

Eine Reihe von Vorträgen wird Ihnen Pilze von einer Seite zeigen, die Sie noch nicht kennen:


  • ·         Pilze - interessant und schön! Jörg Thien wird Sie wieder mit gestochen scharfen Pilzbildern zum Staunen bringen. Sie wussten sicher noch nicht, wie schön Pilze sein können! 
  • ·         Wir haben Mikroben zum fressen gern! Sigrid Neuhauser wird Ihnen erklären wieviel Pilz in Ihrem Wocheneinkauf steckt – und so viel sei verraten, vermutlich fragen sie sich danach wo eigentlich keine Pilze drinnen sind!
  • ·         Giftpilze und Pilzgifte. Martin Kirchmair wird Ihnen die häufigsten und gefährlichsten Giftpilze vorstellen, damit Ihnen das Pilzgulasch nicht schwer im Magen liegt!  
Ganz besonders freuen wir uns, ihnen unser neues Projekt, einen Pilzbestimmungspfad vorzustellen - hier nur ein screenshot vorab - hierzu gibt es nochmal einen gesonderten Eintrag :) 





Wir haben eine Reihe von Stationen vorbereitet, an denen Sie in die Welt der Pilze eintauchen können: 


  • ·         Riechpilze – Nanu! Es riecht nach Kokosnuss, Fisch oder Lokomotive und ist doch ein Pilz! Lassen Sie sich überraschen wie vielfältig die Gerüche von Pilzen sein können!
  • ·         Pilzmikroskopie. Hier können Sie die Pilze unter der Lupe oder dem Mikroskop genauer beobachten. Auch die verfressenen Bewohner von so manchem Pilz sind besonders bei den jüngeren Besuchern ein Hit!
  • ·         Wir haben Mikroben zum fressen gerne – ein mykologisches Supermarktregal. Fühlen Sie sich wie in einem echten Supermarkt – und staunen Sie wie viele Ihrer Lebensmittel es ohne Pilze nicht geben würde!
  • ·         Kinderprogramm – wie immer haben wir für die Unterhaltung Ihrer Kleinsten gesorgt während Sie sich in Ruhe die Pilze anschauen!
  • ·         Daneben gibt es ein umfangreiches Zusatzprogramm mit Pilzkäse, Pilzbüchern zum Schmökern, oder einen Stand wo ihnen Mitarbeiter der „Tyroler Glückspilze“ erklären wie man Pilze züchten kann und vielem Mehr.

Zum Vereinsjubiläum würden wir natürlich gerne eine rekordverdächtige Anzahl von Pilzarten ausstellen können. Darum freuen wir uns über alle fleißigen Sammler, die uns FREITAG – SONNTAG VORMITTAG im VZ in Jenbach mit frischen Funden für die Ausstellung versorgen können!
  • ·         Sammelt die Pilze bitte in Körben oder Schachteln (nicht in Sackerl).
  • ·         Holt die Pilze mit etwas Erde samt Basis aus dem Boden. Verwendet man statt den Fingern ein Messer oder ähnliches bleiben die Pilze ganz. Bitte schneidet die Pilze nicht ab sonst taugen sie nicht für die Ausstellung!
  • ·         Wickelt die Pilze in Alufolie, damit sie frisch bleiben.
  • ·         Ein paar Angaben zum Fundort (Wo? Unter welchen Bäumen?) erleichtert uns die Zuordnung und Bestimmung.
Wir sehen uns bei der Ausstellung!Aber damit ist die Pilzsaison noch nicht vorbei - die Pilzberatungen finden weiterhin Freitag und Sonntag im Museum in Jenbach statt - von 18:30 - 20h können Sie sich hier ihr Pilze bestimmen lassen, dass auch sicher kein "narisches Schwammerl" darunter ist! Und hier noch eine Vorschau auf das weitere Programm im Herbst.....



Montag, 21. Juli 2014

Pilzwanderung 20. Juli 2014

Heute haben wir uns bei brütender Hitze zur ersten Pilzwanderung des Jahres getroffen. Die Hitze hat anscheinend abschreckend gewirkt, die Teilnehmerzahl war bescheiden. Nichtsdestotrotz ist eine kleine Gruppe hartgesottener Schwammerlfans am Vormittag zum Bruckerberg gestartet. Auf ca. 1100 m ging es los - und wir wurden nicht nur mit kühleren Temeraturen sondern auch mit einer unerwartetent Vielfalt von Pilzen überrascht.

Gleich neben dem Auto schon die ersten Eierschwammerl und Täublinge! Gut dass es nur wenige waren, denn diese Pilzwanderung war ja "ohne Korb" - das heißt die Wanderung hat das Ziel die Pilze kennenzuleren, und nicht um den Pilzkorb für den Kochtopf zu füllen. 

Am Bruckergberg ist ein interessantes Gebiet zum Pilzesuchen. Im wunderschöner Mischwald findet man eine große Vielfalt an Pilzen. Dadurch war es das ideale Gebiet für unsere Pilzwanderung.


Es dauert aber nicht lange bis wir die erst Rarität finden - den weißgestiefelten Schleierling (Cortinarius claricolor). Auch wenn er sehr schmackhaft ausschaut - dieser Pilz kann nicht als Speisepilz empfohlen werden! Die Schleierlinge sind die vielfältigste Gruppe von Pilzen in unseren Wäldern. Schätzungen gehen von bis zu 2000 Arten aus. Einige sind tödlich giftig, daher kann vom Verzehr von Schleierlingen nur abgeraten werden. Schleierlinge erkennt man anhand des namengebenden Schleiers (siehe Bild). 

Weißgestiefelter Schleierling
Cortinarius claricolor, der weißgestiefelte Schleierling. Der für diese Gruppe characteristische Schleier (Cortina) ist an der Hutunterseite erkennbar. Typisch für diesen Pilz ist der weiße Flaum am Stiel dem er auch seinen deutschen Namen verdankt.


Weiter ging es bergauf - und trotzt der Hitze waren wir nicht die einzigen Pilzsucher im Wald, wobei unsere prallgefüllten Taschen immer mit viel Neid begutachtet wurden, wobei sich die "feindlichen" Pilzsucher sich nicht zu fragen trauten, sonst hätten sie schnell festgestellt, dass unsere Ausbeute zum Großteil nicht für den Kochtopf geeignet war. Wie zum Beispiel der Schönfußröhrling (Boletus calopus), ein wunderschöner Röhrling. Allerdings ungenießbar, dieser Pilz ist bitter und der Tod von jedem Pilzgulasch! Mit den Röhrlingen geht es auch richtig los, daneben fanden wir noch Maronenröhrlinge (Xerocomus badius, guter Speisepilz), den Pfefferröhrling (Chalciporus piperatus, ungenießbar) und den flockenstieligen Hexenröhrling (Boletus erythropus, essbar).


Schönfußröhrling
Schönfußröhrling. Ein wunderschöner Pilz aus der Steinpilzverwandtschaft. Typische Merkmale sind der an der Basis rotgefärbte Stiel, dem der Pilz seinen Namen verdankt. Wird der Pilz angeschnitten blaut er nur leicht. Aufgrund seines sehr bitteren Geschmackes ist der Pilz nicht essbar, giftig wäre er aber nicht.

 
Daneben gab es noch eine Reihe Scheidenstreiflinge (Amanita sect. vaginatae), gute Speisepilze, die allerdings nahe mit dem hochgiftigen Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) verwandt sind, daher sollte man diese Pilze nur sammeln wenn man diese Pilze genau kennt!

Nach zwei Stunden intensivem Fachsimpeln und Pilzsammeln im Wald konnte sich die Ausbeute sehen lassen! Trotz Temperaturen von über 30°C und extremer Trockenheit im Wald konnten wir so um die 70 verschiedene Arten finden, und auch mit den Speisepilzen ist richtig was los im Wald! Mit ein bischen Regen sollte es in den nächsten Tagen so richtig losgehen! 


Perlpilze (links) sind momentan reichlich im Wald zu finden. Der Perlpilz ist ein guter Speisepilz, aber ACHTUNG er hat allerdings einen giftigen Doppelgänger, den Pantherpilz. Im Unterschied zum Pantherpilz rötet der Perlpilz wenn man ihn anschneidet. Insbesamt konnten wir so um die 70 Arten finden, rechts ein kleiner Ausschnitt der gefundenen Vielfalt.

Ach ja - auch wenn die Wanderung nicht dem Sammeln von Speisepilzen diente, eine kleine Handvoll Eierschwammerl für das Abendessen ist dann doch in den Korb gewandert ;)